Anwendungsgebiete

Rumpfstabilisierende muskuläre Strukturen

Klinische Studie zur Intervention mit dem FLEXIPAD

 

Eine aktuelle klinische Studie untersucht die Wirkung des FLEXIPAD auf rumpfstabilisierende (posturale) muskuläre Struk-turen. Die beiden Primärhypothesen erforschen den Einfluss einer Intervention mit dem FLEXIPAD auf die neuromuskuläre Ansteuerung im jeweiligen Seitenvergleich des M. transversus abdominis und des M. erector spinae. Die Sekundärhypothese untersucht den Einfluss des FLEXIPAD auf die Diaphragmamobilität während des Atemzyklus. Die Studie wurde mit 13 männ-lichen Probanden (Durchschnittsalter: 28,5 ± 6,9) durchgeführt. Die neuromuskuläre Ansteuerung der Muskeln wurde mittels Oberflächen-Elektromyografie analysiert, die Diaphragmamobilität anhand von Sonografie. Die Studie konnte eine signifikante durchschnittliche Steigerung der Diaphragmamobilität von 0,52 cm (± 0,76) nach der Intervention mit dem FLEXIPAD belegen (p = ,029). Die neuromuskuläre Ansteuerung der Muskulatur erzielte im Seitenvergleich sowohl bei dem M. transversus abdo-minis (p = ,354) als auch M. erector spinae (p = ,719) keine signifikante Angleichung nach der Intervention.

Aus zahlreichen Trainingslehrbüchern geht hervor, welchen bedeut-samen Stellenwert die Stabilität des Rumpfes zur Ausübung von sportlichen Aktivitäten hat. Der Rumpf ist das Bindeglied zwischen der oberen und unteren Extremität und kann als Teil einer kineti-schen Kette, die durch den Körper verläuft, um einen optimalen Energietransfer zu gewährleisten, gesehen werden.1 Aufgrund die-ses Energietransfers unterliegt der Rumpf unter sportlichen Belas-tungen massiven Kräften, sodass unter anderem die zugehörigen Muskeln wie der M. erector spinae, M. transversus abdominis, M. quadratus lumborum sowie das Diaphragma thorakolumbale und das Diaphragma pelvis- und urogenitale funktionsfähig und physio-logisch arbeiten müssen, um ambitionierte sportliche Leistungen abrufen zu können. Es ist davon auszugehen, dass durch die enorme Beanspruchung und oftmals Überlastung des Rumpfes im Leistungssport neben Pa-thologien weitere strukturelle Verletzungen ihren Ursprung im Rumpf finden.

 

Bezogen auf den Fußballsport ist vor allem die Belastung der ischiocruralen Muskulatur von großer Bedeutung, da laut dem aktu-ellen VBG-Report die Verletzungen am Oberschenkel am häufigsten vorkommen (2019). Aus diesem Grunde sollte neben der Stabilisie-rung und Kräftigung des Rumpfes ebenfalls über dämpfende Maß-nahmen der beteiligten Strukturen nachgedacht werden. Das von Dr. Stohrer modifizierte FLEXIPAD (Abb.1), das vom Aufbau einem Schwimmbrett ähnelt, dient als Trainingsgerät zur Fasziendehnung und dem Muskeltraining und soll als dämpfende Maßnahme dienen.

Flexipad_Produktfoto

Studienziel

Das Ziel der Studie war es, herauszufinden, ob durch die Anwen-dung des FLEXIPAD ein Einfluss auf postural bestimmende mus-kuläre Strukturen genommen werden kann. Hierfür wurde die neu-rophysiologische Ansteuerung des M. transversus abdominis und des M. erector spinae mittels Elektromyografie (EMG) analysiert. Als weiterer bedeutsamer Bestandteil des Rumpfes wurde der Einfluss des FLEXIPAD auf das Diaphragma thorakolumbale und dessen Mobilität während des Atemzyklus begutachtet. Die Mo-bilität wurde hierbei mit der Sonografie ermittelt. Da der M. trans-versus abdominis aufgrund einer Co-Kontraktion als Repräsen-tant für den Beckenboden steht, soll durch den Studienablauf auf physiologische Zusammenhänge des Zusammenspiels zwischen dem Diaphragma urogenitale und Diaphragma thorakolumbale geschlossen werden.2

Methodik

Das durchschnittliche Alter der Probanden beträgt 28,5 Jahre (± 6,9), das Gewicht 75,2 Kg (± 8,8) und die Größe 1,81 Meter (± 0,06). Vor der Corona-Pandemie wurde die Studie mit 40 Pro-banden aus einem Fußballbundesliga-Nachwuchsleistungszentrum geplant. Zudem war eine Kontrollgruppe vorgesehen. Die akquirier-ten Probanden sind als ambitionierte Breitensportler einzustufen. Bezugnehmend auf den Studienablauf wurden vor der Interven-tion mit dem FLEXIPAD die neurophysiologischen Ansteuerungs-muster des M. transversus. abdominis und des M. erector spinae anhand des EMG im Seitenvergleich analysiert und anschließend die Diaphragmamobilität mittels Ultraschall ausgemessen. Nach Abschluss des Baseline-Screenings (t0) legten sich die Probanden für 15 Sekunden auf das FLEXIPAD, wobei sie zuvor darauf hinge-wiesen wurden, dass ein leichter Druck im Bauchraum entstehen kann. Nach der korrekten Auflage auf dem FLEXIPAD erhielten die Probanden den Auftrag, sich möglichst entspannt in die Schaum-stoffplatte „einsinken“ zu lassen und dabei keine Gegenspannung aufzubauen. Nach der erfolgten Intervention von 15 Sekunden wur-den umgehend erneut die besprochenen Strukturen mit EMG und Ultraschall analysiert.